Wenn man vom Teufel spricht, bzw. schreibt …
Gestern kommentierte ich gerade bei Carsten seinen Post über “Die Essensfälscher” und abends beim Einkaufen begegnete uns das Thema gleich wieder.
Eigentlich wollten wir nur eine kleine Portion Grünkohl kaufen und schauten uns deshalb nach Grünkohl im Glas um. Dieses wurde bei unserem Rewe nur von Kühne angeboten. Zwei Sorten gab es denen man schon ansah dass mehr als nur Grünkohl im Glas gelandet war, aber bei einer Sorte schien es sich um nur Grünkohl zu handeln. Ich war aber skeptisch und schaute nochmal auf die Zutaten. Und siehe da: Grünkohl, Wasser, Zucker, Salz, Zwiebeln, Aromen (enthalten Senf), Räuchersalz.
Hallo? Ich wollte Grünkohl!
So griffen wir dann doch zur Dose und zwar zu der von Lüders. Wie schon meine Oma das gemacht hat. Dort fanden sich dann auch einzig und allein Grünkohl und Wasser auf der Zutatenliste.
Eigentlich wollten wir dann noch Balsamiso-Creme kaufen, weil das ja so schön praktisch ist. Da verging mir der Appetit beim Blick auf die Zutaten dann vollends. Da gab es dann allerdings keine käufliche Alternative, hier muss ich erstmal suchen, wie man das selber machen kann.
#1 von Carsten am 29. Dezember 2010 - 14:04
Tjoa, ist schon erstaunlich, was manchmal alles beigemischt wird. Aber ich finde, dass die Zutatenliste eine gute Sache ist. Genau wie die Nährwerttabelle – wer drauf guckt und versteht, was da gedruckt wurde, der kann damit gut durch den Kennzeichnungs- und Werbedschungel navigieren.
Eins der Hauptargumente aus dem Buch ist ja Das versteht doch keiner, viel zu kompliziert. Aber wie viel einfacher als in so einer Zutatenliste nachzugucken, soll’s dann noch werden? Wenn halt zuviel Kram draufsteht und nicht nur die Hauptzutat, dann muss man eben nochmal drüber nachdenken, ob man das Produkt kauft.
Eine Ampel würde da z.B. auch nichts helfen, wenn man nicht weiß, dass Grünkohl nicht mit Salz und Aromen auf dem Feld wächst…
#2 von aeas am 29. Dezember 2010 - 16:14
Ja, das mit dem nicht wissen finde ich immer wieder erschreckend. Oder nicht wissen wollen. Oder meinen, dass das ja nun so schlimm auch nicht ist und die Presse übertreibt.
Ich habe in der Familie ein Kind, dass hat die Flasche mit dem gesüßten Tee zum Nuckeln bekommen. Nein, das Kind ist nicht im letzten Jahrhundert geboren. Ich hätte immer gedacht, dass wüsste jeder und jeder hätte die Bilder von verfaulten Kindezähnen gesehen. Wohl nicht.
Klar, dass es zum mitnehmen auch immer schön Fruchtsaftgetränke gibt. Und natürlich “das gute aus der Milch” im Kühlschrank.
Sagen darf man aber auch nichts. Wir haben ja keine Ahnung (weil keine Kinder) und uns ist sowieso alles in den Schoß gefallen.
#3 von Lutz am 29. Dezember 2010 - 14:46
Ach ja in den Grünkohl hätte ich eh Wasser, Zucker, Salz, Zwiebeln, Aromen (enthalten Senf) und Räuchersalz getan. Also hätte mir der von Kühne gereicht.
Denn sobald Du eine Wurst mit dazu tust, kannst Du getrost auf die Inhaltsstoffeliste verzichten
#4 von Carsten am 29. Dezember 2010 - 15:04
@Lutz Darum geht’s ja gerade IMHO: Die Kennzeichnung muss ausreichend sein, damit man die Entscheidung (kaufen oder nicht) treffen kann. Wenn Du die Zutaten sowieso in der von Kühne verwendeten Menge in den Kohl tust, dann ist Dir klar, was Du da in der Hand hast. Im Buch von Thilo Bode scheint es aber darum zu gehen, Dir genau diese Entscheidung abzunehmen (zumindest seh ich das Buch so).
Das trifft aber auch wieder den Kern, den ich eigentlich rausstellen wollte: Wenn man sich damit beschäftigt, was man isst, dann kann man auch was mit der Kennzeichnung anfangen. Wenn man aber nur auf eine grüne Ampel achtet, dann wird man sich niemals “anständig” ernähren können.
Ach, ich denk, darüber werd ich auch noch öfter was schreiben müssen.
#5 von aeas am 29. Dezember 2010 - 16:19
Die Wurst hatte übrigens keine nicht weiter deklarierten Aromen. Nur Zutaten die auch in eine Wurst gehören. Ach, was freue ich mich schon auf den Grünkohl nachher.
#6 von Lutz am 29. Dezember 2010 - 17:18
Tja wenn das so einfach wäre mit der Wurst.
leider nein, denn kein Schwein weiß was es mal gegessen hat und demnach weiß auch der Bauer nicht was er aus dem Schwein herausholt und der Verbraucher weiß schon mal gar nix.
Und jetzt komm nicht mit Bio. Dabei wird beschissen was das Zeug hält.
Wurst ist vom Inhalt her die Seuche pur.
Aber essen tue ich sie trotzdem
#7 von aeas am 29. Dezember 2010 - 21:30
Ja, die Wurst war lecker.