Kaloriendefizit
Gestern zwischen Frühstück, Wochenendeinkauf und Familienfeier habe ich es geschafft die Nordic-Walking-Stöcke auszuführen. Da es auf den Familienfeier wider Erwarten mal selbstgemachten Kuchen gab, eine gute Entscheidung.
Entgegen der Wettervorhersage hat es weder geschneit noch geregnet und die Wege waren auch nicht matschig.
Das war dann auch gleichzeit die erste Nordic Walking-Runde mit dem Forerunner 405. Der ist auch der Grunde für die Artikelüberschrift. Zwar stimmt beim Walken die Streckenlänge vom nike+ mit der vom Forerunner überein, aber die Kalorienzählung ist, öhm, sparsam.
Hier mal ein Vergleich für die gelaufene Strecke:
- Garmin Forerunner 405 291 kcal
- nike+ 417 kcal
- Polar (geschätzt, ausgehend vom Lauf am 02. November 2008) 490 kcal
- fitrechner.de 517kcal
Die Wahrheit wird wohl irgendwo bei der goldenen Mitte liegen, aber schon interessant wie sehr das ganze abweicht.
- Dauer 1:16:49
- Strecke 6,33 km
- Ø HF 143
- max. HF 158
Heute gibt es dann vielleicht noch ein bißchen Sport auf der Rolle, wenn der Koffer für die Dienstreise gepackt ist.
Diese Abweichungen sind ja sehr interessant. Mir ist aufgefallen, dass der Suunto-Computer ungefähr den 1,3-fachen kcal-Verbrauch gegenüber Polar-Uhren ermittelt.
Hier wäre echt mal interessant, welche Daten bei den unterschiedlichen Systemen mit in die Berechnung einfließen.
und was noch viel interessanter ist…
Es ist vollkommen egal, was diese Geräte anzeigen, denn Kalorienverbrauch in Zahlen hat nichts, aber auch überhaupt nichts mit der Verwertung im jeweils unterschiedlich verstoffwechselnden Organismus zu tun.
Es ist absolut ohne Aussagekraft
Ein Beispiel aus einem meiner vielen Selbsttests:
Wenn ich 1,5 Stunden Jogge, dann sollte laut allgemeiner Meinung und auch nach jedem Berechnungstool ein höherer Kalorienverbrauch anstehen als wenn ich 1,5 Stunde Ergometer trete…
Soweit so gut…
Allerdings steht das in keinem Zusammenhang mit einer Gewichtsreduzierung, denn tatsächlich habe ich beim langversuch Joggen weniger abgenommen als beim gleichen versuch mit Ergometer.
Noch ein positiver Aspekt ist mir aufgefallen:
Die Belastung für die Knochen ist auf dem Ergometer geringer und ich bin lange nicht so kaputt danach.
Fazit:
Ergometer verbraucht nach Uhren/Messmethoden weniger Kalorien als Joggen.
Gewichtsreduzierung ist dennoch größer. Also muss mein Organismus weniger effektiv Kalorien beim Joggen verbrauchen als beim Ergometer und somit kann es auf deutsch gesagt scheiß egal sein wie viele Kalorien auf der einen oder anderen Uhr stehen.
Tipp:
Selbstversuch mit unterschiedlichen Trainingsmethoden, denn jeder Organismus reagiert anders.
habe fertig
Jetzt konnte ich das ganze ja nochmal beim Spazierengehen betrachten, dort waren es ungefähr so viele Kalorien wie beim walken, obwohl der Puls im Schnitt 30 Schläge geringer war. Meine Folgerung daraus, der Forerunner bezieht die Herzfrequenz nicht mit in die Berechnung ein.
Wenn ich allerdings SportTracks neu berechnen lasse, korrigiert dieser die Werte beim Laufen und Walken nach oben, bei Spazierengehen nach unten. Der muss also den Puls berücksichtigen.
Und jetzt erstmal nen Latte Macchiato für die Kaffeetante hier im Haus.
Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass der Körper weniger effektiv Kalorien beim Joggen verbraucht als auf dem Ergometer. Da müssen unterschiedliche Randbedingungen gegeben gewesen sein. Verbrannte Kalorie ist verbrannte Kalorie.
Was die Geräte messen ist wieder was anderes. Da misstraue ich den Angaben auch und denke, sie haben mehr unterhaltungswert als sonstwas. Nichtmal wenn das Körpergewicht eingegeben ist kann das Gerät ja wissen, wieviel davon (verbrennende) Muskelmasse ist und wieviel Wabbelspeck.
Also dann solltet ihr mal mein Ergometer treten, dann wäre klar das das sein kann. Joggen ist dagegen wirklich eine lockere Geschichte.
LG Lutz
Der Forerunner zieht die HF mit in die Berechnungen ein. Hast Du mal nach deinem eingestellten Profil geschaut. nach den eingegebenen Größen?
Bei mir ergibt sich ein ziemlich genaues Ergebnis!
Einen wunderschönen Abend aus Dortmund.
Also mein Profil ist auf weiblich, 66 kg, 28 Jahre und max. Puls 185 (wobei ich nicht weiß woher er das hat) eingestellt.
Ich habe allerdings auch schon vermutet, dass ich nicht zur Zeilgruppe des Gerätes gehöre, zu leicht, zu langsam zu weiblich
@Lutz: Es gibt einen essentiellen Faktor, den sämtliche Berechnungsalgorithmen für den Kalorienverbrauch nicht einbeziehen. Das ist dein Trainingsstand in der jeweiligen Sportart.
Ich weiß nicht, wie lang Du schon auf dem Ergometer trainierst, aber wenn Du PNW als Sport schon wesentlich länger und intensiver betreibst, ist dein Körper darauf besser eingestellt und verbraucht dementsprechend weniger.
Zum Thema Fettverbrennung und Gewichtsabnahme. Eins sollte euch allen klar sein: Sport ist nicht nur Gewichtsabnahme. Zwar verbrennt der Körper beim Sport auch Energie, die er aus gespeichertem Fett gewinnt, aber durch das Training werden auch Muskelgruppen nachhaltig aufgebaut. Und jetzt kommt die Physik: Muskeln haben eine höhere Dichte als Fett. Wenn man Sportarten betreibt, die die Muskeln wesentlich mehr fordern (PNW vs. Ergometer), werden die Muskeln stärker mit Nährstoffen versorgt und wachsen. Da aber das spezifische Gewicht von Muskeln höher ist, kommt es oft vor, dass man optisch schlanker wirkt, aber nur minimal weniger evtl. auch geringfügig mehr wiegt.
Deshalb haben Bodybuilder z.B. einen Körperfettanteil von unter 8 % aber einen BMI von weit über 34. Um eins klar zu stellen: Beides ist ungesund: Ein zu hohes Gewicht und ein zu niedriges Gewicht. Man muss ein Optimum finden, in das neben dem BMI auch der Körperfettanteil einbezogen wird.
Ich habe z.b. seit Weihnachten mein Gewicht nicht mehr unter 67 kg bekommen, obwohl ich wesentlich schlanker geworden bin. (Ausnahme heute -> 65 kg wegen Norovirus) Warum? Durch das regelmäßige Brustschwimmen hat der Oberkörper etwas an Muskeln zugelegt. Der Körperfettanteil ist im Verhältnis dazu aber wesentlich stärker gesunken. Oder wie es die Freundin nach 4-wöchigem Nichtsehen sagte: „Du bist aber breit geworden.“
@Blogcheffin (will dich nicht pfh2007 nennen, das klingt so unpersönlich):
Deine Körperdaten sollten für die Berechnung deines Kalorienverbrauchs keine Probleme bereiten. Das sind doch normale Daten für eine erwachsene Frau…
Der empfohlene zulässige Maximalpuls wird häufig nach folgenden Formeln ermittelt:
Formel1: Maximalpuls = 220 – Lebensalter (in Jahren).
Formel2: Maximalpuls = 214 – 0,5 • Lebensalter (in Jahren) – 0,11 • Körpergewicht (in Kilogramm)
In Deinem Fall würde er nach beiden Formeln bei 192 liegen. Vielleicht nimmt der Forerunner auch einfach Deinen bis jetzt maximal erreichten Puls. Suunto nimmt anfangs auch einen rechnerisch ermittelten Puls (bei mir 194) und fragt beim Überschreiten nach, ob der Wert aktualisiert werden soll. Lehne ich immer ab, damit ich den Warnpiepser beim Training wahrnehme.
Überhaupt sind die rechnerisch ermittelten Max-HFs theoretische Empfehlungswerte. Je nach Trainingsstand ist es OK, wenn man diese mal kurzzeitig überschreitet.
@Andreas Du darfst mich auch gerne Tanja nennen
@Andreas
Genau das meinte ich, habe aber leider nicht so viele Tasten auf meinem neuen Eee-PC abnutzen wollen wie Du auf Deiner schon abgewurschtelten Maschine
Danke für diese sehr gut verständliche Ausführung meiner Gedanken.
Lieben Gruß
Lutz Balschuweit